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'''Stacheldraht''' besteht üblicherweise aus zwei verdrillten Drähten, auf denen in regelmäßigen Abständen zwei Drähte mit radial abstehenden Enden mit einigen Windungen aufgewickelt wurden. Die abstehenden Drahtenden weisen scharfkantige Grate auf. Stacheldraht wird gespannt oder in Rollen ausgelegt als Hindernis verwendet, um Tiere oder Menschen am Betreten oder Verlassen bestimmter Bereiche zu hindern.

Die Entwicklung des Stacheldrahts erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als es in den Vereinigten Staaten auf Grund veränderter ökonomischer Bedingungen für Rinderzüchter wichtig wurde, ihr Weideland zu schützen. Innerhalb weniger Jahrzehnte fand Stacheldraht weltweite Verwendung. Die ersten militärischen Anwendungen erfolgten im Zweiten Burenkrieg, als Engländer ihre militärischen Basen mit Stacheldraht vor Übergriffen schützen wollten. Stacheldraht kam auch im Russisch-Japanischen Krieg zum Einsatz, jedoch ohne dass dabei die Auswirkungen auf die zukünftige Kriegsführung erkannt wurden. Der Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges wäre ohne Stacheldrahtverhaue nicht möglich gewesen.

Stacheldraht als Sperre gegen Personen wurde und wird unter anderem an der EU-Außengrenze, in Gefängnissen, Konzentrationslagern, an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze eingesetzt. Er ist darum ein Symbol für Unterdrückung und Unfreiheit und wird beispielsweise verwendet im Logo von Amnesty International oder Open Doors.

Ursprung

Wandel in der US-amerikanischen Rinderhaltung

Die Rinderzucht in Texas in der Mitte der 1860er Jahre beruhte auf der Ausnutzung der besonderen Bedingungen der s notwendig, um große Herden nach Norden zu treiben. Möglich war dies, weil die Rinder ihr Futter in den überwiegend ariden Plains ausschließlich in Flusstälern fanden, die nur sieben Prozent dieser Landfläche ausmachten, und es zum natürlichen Verhalten der Rinder gehörte, in Herden dicht beieinander zu bleiben. Diese Form der Rinderhaltung setzte offene, unbegrenzte Flächen voraus. Konkurrenz der Rancher um Weideflächen wurde zunächst reduziert, indem man sich darauf einigte, auf welcher Flussseite man seine jeweiligen Herden trieb.

Der Erfolg dieser Form der Landnutzung barg allerdings auch den Keim ihres eigenen Untergangs in sich. Die unwirtlichen Great Plains waren anfangs nur für Rinderbesitzer ökonomisch interessant. Der vergleichsweise geringe Ertrag, der mit nach Norden getriebenen Rindern zu erwirtschaften war, war jedoch immer noch ausreichend, um im nördlichen Bereich der Great Plains zu einem Ausbau von Eisenbahnstrecken und der Gründung neuer Städte zu führen. Diese Investitionen erhöhten den Wert des Landes und sorgten für eine zunehmende Konkurrenz um Gelände.
  • Farmer, die ihre Äcker vor nach Nahrung suchenden Rindern schützen mussten
  • Eisenbahngesellschaften, die verhindern mussten, dass Rinderherden ihre Schienenwege versperrten und letztlich
  • Rinderzüchter, die ihr Weideland schützen mussten.

Dieses Problem war nicht neu. Im waldreichen Europa und im Nordosten Amerikas waren Felder und Weiden von Steinwällen, Holzzäunen und Hecken begrenzt. In und entlang der Great Plains fehlten diese traditionellen Materialien. Der im US-Bundesstaat Kansas zu einem Zentrum des Rinderhandels aufstieg und diese einflussreiche Position auch wieder verlor.

Patentierungen

Die Entwicklung von Stacheldraht, die um 1870 begann, fällt in eine Zeit, in der eine Reihe von organischen Materialien durch Eisen- und Stahlprodukte ersetzt wurde. Samuel Fox entwickelte 1852 die ersten Drahtgestelle für Schirme, die bis dahin in Europa aus Holz oder Walbarten gefertigt wurden. In gleicher Weise wurde die Herstellung von Korsetts geändert. Bei Musikinstrumenten wurden Saiten zunehmend weniger aus Schafdärmen, sondern aus Stahl hergestellt.
Die Notwendigkeit für stabile, billige Begrenzungen und die neuen technologischen Voraussetzungen führten dazu, dass in den USA mehrere Erfinder sowohl unabhängig als auch voneinander inspiriert an mit Dornen versehenen Eisenseilen arbeiteten. Inspiriert von 2 vom 22. November 2009.</ref> Glidden war nicht der einzige, der Roses Idee weiterentwickelte. Fünf weitere Patente für die Stacheldrahtherstellung wurden in der Folge der Ausstellung von DeKalb angemeldet.

Verwendung in den USA und deren Auswirkung

Gliddens Patent setzte auf einer Herstellung von Spanndrähten auf, die schon seit Jahren gebräuchlich war. Er vermarktete Stacheldraht bereits 1875 und warb damit, dass bereits 1.000 Farmer diesen erprobt hätten ? vermutlich zu diesem Zeitpunkt noch eine Übertreibung. 1876 erwarb der in Massachusetts ansässige Eisen- und Stahlhersteller ''Washburn and Moen'' die Hälfte an einem konkurrierenden Patent und begann die Massenproduktion von Stacheldraht.

Die sich schnell durchsetzende Verwendung von Stacheldraht blieb nicht ohne Auswirkungen. Insbesondere die großen Rinderzüchter sicherten sich durch weiträumige Einzäunungen Weideland für ihre Rinderherden. Allein die XIT Ranch hatte im Jahr 1885 bereits 476.000 Acres für ihre 50.000 Rinder legal eingezäunt. Für dasselbe Jahr wird geschätzt, dass fast 4,5 Millionen Acres illegal mit Stacheldraht eingezäunt waren. In einer Region, die von Texas bis nach Montana reichte, setzte ein Kampf um Land ein, bei dem vor allem kleinere Rinderzüchter zu den Verlierern zählten. Mit weniger Kapital ausgestattet als die großen Ranches, hinter denen häufig Finanziers aus dem Osten der Vereinigten Staaten standen, waren sie nicht im gleichen Maße in der Lage, Land legal oder illegal einzuzäunen. Um ihrem Vieh trotzdem Weidefläche zu sichern, gingen sie häufig dazu über, die Drähte durchzuschneiden, was von den großen Rinderzüchtern mit Hilfe bezahlter Scharfschützen geahndet wurde.

Die Einzäunungen behinderten auch die natürliche Migration der halbwild lebenden Longhorn-Rinder, welche bisher regelmäßig zum Winteranfang in den wärmeren Süden gezogen waren. Dort war aber ab den frühen 1880er Jahren Weideland bereits so wertvoll, dass Rancher fremdes Vieh nicht länger dulden wollten. In einem kaum koordinierten Vorgehen errichteten sie quer über den gesamten Texas Panhandle Zäune, um ihr Land zu schützen. In der Folge verendeten in den strengen Wintern 1885/1886 und 1886/1887 Tausende Longhorns an den Stacheldrahtzäunen, als sie den winterlichen Schneestürmen nicht mehr ausweichen konnten.

Weltweite Verwendung

''Washburn and Moen'', die Eisen- und Stahlproduzenten, die 1876 in die Produktion von Stacheldraht einstiegen, hatten bereits 1877 Vertreter in Südamerika, die dieses Produkt dort zu verkaufen versuchten. Der erste Stacheldrahtzaun außerhalb der Vereinigten Staaten wurde vermutlich im Dezember 1877 im Botanischen Garten von Rio de Janeiro errichtet.

Felton & Guilleaume war jedoch keineswegs der bedeutendste Partner von Washburn and Moen. Die britische Firma Johnson and Nephew zählte im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zu den größten Stacheldraht-Herstellern weltweit, da sie unter anderem von den Handelsbeziehungen innerhalb des n verdrängt. Dies war unerheblich, solange ausreichend Regen fiel, führte aber dazu, dass sie in trockenen Jahren in größerer Zahl ihr Vieh verloren. Mehr und mehr Schwarze waren gezwungen, ihren Lebensunterhalt als Landarbeiter weißer Farmer zu verdienen.

Stacheldraht und Krieg

Verwendung im Burenkrieg

Den ersten militärischen Einsatz erlebte der Stacheldraht 1899 im endete. Er zählt zu den Kolonialkriegen, unterscheidet sich aber von einem typischen Kolonialkrieg, weil beide Konfliktparteien über ähnliche Waffen und ähnliche militärische Taktiken verfügten.

Im Verlauf dieses Krieges gingen die Buren von einer eher konventionellen Kriegsführung, bei der sich große Truppenteile gegenüber standen, zu einem für die Briten äußerst verlustreichen , einer der am Zweiten Burenkrieg teilnehmenden britischen Offiziere hielt bereits 1903, kurz nach Ende des Konflikts, fest:

Stacheldraht im Russisch-Japanischen Krieg

Anders als der Zweite Burenkrieg zählt der ausgetragen. In diesem Konflikt, in dem Kavallerie noch eine größere Rolle spielte, kamen auch traditionelle Feldbefestigungen wie in den Boden gerammten Pfähle und für die Reiterei nicht überwindbare Gruben zum Einsatz. Erstmals wurden diese jedoch grundsätzlich mit Stacheldraht ergänzt.

Stacheldraht im Ersten Weltkrieg

Zunehmende Bedeutungslosigkeit der Kavallerie

Bereits im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 war Kavallerie nicht mehr kriegsentscheidend. Die europäische Kulturlandschaft hatte sich bereits zu sehr verändert, um Kavallerie wirkungsvoll einzusetzen. Die zunehmende Begrenzung von Land ? zu dem Zeitpunkt der Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits noch überwiegend aus traditionellen Materialien wie Holzzäunen und Hecken bestehend ? erschwerte eine kriegsentscheidende Verwendung der Kavallerie zunehmend.

hielt schon Lord Dundonald, der im Zweiten Burenkrieg als General diente, fest.

Um effektiv zu sein, benötigte Kavallerie weiten, unbegrenzten Raum mit nur wenigen Hindernissen. Während ein einzelnes Pferd nahezu sofort seine volle Geschwindigkeit entwickeln kann, brauchte eine Kavallerieeinheit eine Aufgaloppstrecke von mindestens drei Kilometer, um gemeinsam die volle Geschwindigkeit zu entwickeln. War sie erreicht, bot eine herangaloppierende Kavallerie gegnerischen Gewehrschützen kein einfaches Ziel, wie unter anderem die Erfahrungen im Zweiten Burenkrieg zeigten, wo Maschinengewehre noch eine Seltenheit waren.

Die Grabenkämpfe des Ersten Weltkriegs

Im Ersten Weltkrieg fand diese Entwicklung ihren Höhepunkt. Die Kavallerie hatte ihre kriegsentscheidende Bedeutung sowohl als schlachtenentscheidender Armeebestandteil als auch als mobiler, schnell zu verlagernder Truppenteil verloren. Dies war bereits spürbar, als im August 1914 die deutsche Armee in Nordfrankreich einmarschierte. Maximilian von Poseck hielt in seinen Erinnerungen an diesen Einmarsch rückblickend fest:

Pferde spielten zwar im Ersten Weltkrieg immer noch eine Rolle, allerdings überwiegend als Zug- und Lasttiere. Die Kavallerie verlor im Ersten Weltkrieg ihren Status als Hauptwaffengattung und wurde in der Regel nur noch zur bewaffneten Aufklärung und Geländesicherung verwendet.
In dem festgefahrenen Krieg, in dem größere Gebietsgewinne bereits im ersten Kriegswinter selten wurden, erwies Stacheldraht sich als das perfekte Befestigungsinstrument. Preisgünstig und schnell zu errichten, bildete er eine unüberwindliche Abwehr, die nur durch Zerstörung oder Überbrückung überwunden werden konnte.
  • Er muss so breit sein, dass er nicht einfach überbrückt werden kann,
  • er muss im Schussfeld der Verteidigung sein,
  • er muss nahe genug am Schützengraben liegen, damit er auch während der Nacht bewacht werden kann.

Das Handbuch riet auch dazu, den Stacheldrahtverhau durch einen weiter davor liegenden Verhau zu schützen und vor diesem wiederum einzelne Drähte zu ziehen. Die verwendeten Stacheldrähte unterschieden sich dabei schnell von denen, die in der Landwirtschaft verwendet wurden: Die Stachel standen viel enger zusammen, so dass Soldaten sich häufig schon beim Errichten der eigenen Verhaue verletzten, weil es kaum mehr nicht stachelbewehrte Drähte gab, die sie greifen konnten. Zudem waren die Stachel in diesem Fall oft fast doppelt so lang wie in der Landwirtschaft.

In den Grabenkämpfen erwies sich die Kombination von mehrere Meter tiefen Stacheldraht-Verhauen und Maschinengewehren als tödlich. Eine Vielzahl der Opfer dieses Krieges starb durch Maschinengewehrfeuer in den Stacheldrahtvorfeldern. Erst die Ankunft von Panzern gegen Ende des Krieges nahm dem Stacheldraht teilweise wieder seine Wirksamkeit als Verteidigungswaffe, aber auch Panzerfahrzeuge konnten sich in mehrfachen Stacheldrahthindernissen festfahren, wenn sich der Draht in die Laufrollen wickelte.

Typen von Stacheldraht

Nach der Anzahl der Spitzen (Stacheln) unterscheidet man zweispitzigen und vierspitzigen Stacheldraht.
Bei zweispitzigem Stacheldraht werden die Spitzen durch die Enden eines Spitzendrahtes dargestellt. Vier Spitzen werden von zwei Spitzendrähten gebildet. Die Spitzendrähte werden um einen oder zwei Spanndrähte derart gewickelt, dass ihre Enden, welche diagonal abgeschert die Spitzen (Stacheln) bilden, vom Spanndraht abstehen.
Die Spanndrähte besitzen meist runden Querschnitt, während die Spitzendrähte meist ovalen Querschnitt besitzen.

Nach der Anzahl der Spanndrähte unterscheidet man einseiligen und zweiseiligen Stacheldraht.
Bei zweiseiligem Stacheldraht werden zwei Spanndrähte miteinander verdrillt (verseilt). Sie besitzen auch bei geringer Werkstoffgüte eine hohe Zugfestigkeit und geringe Temperaturempfindlichkeit und Durchhangneigung. Zweiseiliger Stacheldraht wird meist aus unlegierten und legierten Stählen geringer Festigkeit hergestellt. In neuerer Zeit kommen auch Aluminiumlegierungen zur Anwendung.
Die runden oder ovalen Spanndrähte einseiligen Stacheldrahts werden in der Regel aus hochfestem Vergütungsstahl hergestellt. Durch eingepresste Erhöhungen (sog. Schultern) im einseiligen Spanndraht werden die Spitzendrähte in ihrer Lage gesichert. Auch das Anschweißen von Spitzen ist möglich.

In den 1930er Jahren entwickelten die ?Federnwerke Horst Dannert? selbsttragende Ziehharmonika-Stacheldrahtrollen ().<ref>{{Patent

 | Land = GB
 | V-Nr = 480082
 | Typ = 
 | Titel = Improvements in barricades
 | A-Datum = 1937-07-06
 | V-Datum = 
 | Erfinder = Horst Dannert
 | Anmelder = 

}}</ref><ref>{{Patent
 | Land = CH
 | V-Nr = 208591
 | Typ = 
 | Titel = Stacheldraht, dessen Träger der Stacheln durch einen einzigen Draht gebildet ist, insbesondere zur Herstellung von Drahtwalzen für militärische und polizeiliche Hindernisse
 | A-Datum = 1939-01-31
 | V-Datum = 1940-05-01
 | Erfinder = Horst Dannert
 | Anmelder = 
 | DB = 

}}</ref>

Sowohl Spanndrähte als auch Spitzendrähte aus Stahl sind zum Schutz vor Korrosion meist verzinkt.

Eine weitere Form ist der Bandstacheldraht (umgangssprachlich als NATO-Draht bzw. S- oder Z-Draht bezeichnet). Statt der eingewickelten Drähte mit scharfkantigen Spitzen besteht er aus einem dünnen Blechband, in das scharfe Klingen eingestanzt sind. Diese Bandrollen werden in die Verlegevorrichtung eingelegt und beim Abrollen um die Längsachse verdrillt.

Der NATO-Draht wird seit den 1960er Jahren eingesetzt und hat mittlerweile in einigen Bereichen den normalen Stacheldraht abgelöst. Er wird in der Regel allerdings nur für militärische oder hoheitliche Zwecke als Umzäunung und Grenzsicherung eingesetzt.

Herstellung

Stacheldraht wird auf speziellen Maschinen hergestellt. Die in die Maschine gezogenen Spanndrähte werden von Drahtrollen abgespult und bei zweiseiligen Verfahren verseilt. In regelmäßigen Zeitabständen, entsprechend den Spitzenabständen, wird der Vorschub der Spanndrähte gestoppt, und mit Hilfe von seitlich positionierten Wickelköpfen der Spitzendraht zugeführt, gewickelt und anschließend schräg abgeschert.

Bei der Herstellung von vierspitzigem Stacheldraht wird der Spitzendraht von zwei Seiten zugeführt.

Durch Widerstandspressschweißen (Punktschweißen) können einseilige Spanndrähte mit Spitzen versehen werden.

Der fertige Stacheldraht wird auf Rollen aus Profildraht gewickelt und bei einer bestimmten Länge (z.?B. 400 Meter) abgeschnitten.

Die Spitzen des NATO-Drahts werden mittels spezieller Stanzmaschinen als Band gefertigt.

Allgemeine Anwendung

Stacheldraht wird im Regelfall über normalen Zäunen in ein oder mehreren Reihen angebracht, um ein Übersteigen des Zaunes zu erschweren. Hierbei können mehrere Reihen Stacheldraht über- oder auch nebeneinander angeordnet werden.
Durch die Installation oberhalb des eigentlichen Zaunes wird eine Verletzungsgefahr für vorbeilaufende Menschen und Tiere verhindert.

Eine weitere Form des Stacheldrahtes ist die Ausführung in Rollen oder Schleifen, welche am oberen Ende von Zäunen und Mauern befestigt wird. Besonders oft zu sehen ist diese Ausführung beim Militär und bei Strafanstalten.

Eine zivile und ungefährliche Anwendung erfolgt beim ''earthbag building''. Hier verhindern in der Regel zwei parallele Stränge vierspitzigen Stacheldrahts zwischen je zwei Schichten das Verrutschen der Sandsäcke.

Tierschutzproblem mit Stacheldraht

Für die Tierhaltung hat er sich durch viele schwere Verletzungen bis hin zum tödlichen Ausgang für die Umzäunung als tierschädlich erwiesen und durch Perforation der Haut von Weidetieren die Qualität des Leders gemindert. Aus Tier- und Unfallschutzgründen an öffentlichen Wegen werden in der Landwirtschaft immer mehr elektrische Weidezäune benutzt. Die Verwendung von Stacheldraht als Umzäunung von Pferdekoppeln und bei Pferdeausläufen ist im österreichischen Tierschutzgesetz, bzw. der dazugehörenden 1. Tierhaltungsverordnung, dezidiert verboten und in Deutschland umstritten. Beispielsweise ist in Deutschland Pensionspferdebetrieben eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen worden, weil sich Pferde an Stacheldraht verletzten.

In Stacheldrahtzäunen bleiben immer wieder Wildtiere hängen und verenden. Besonders betroffen sind Vögel, insbesondere die nachts jagenden blieben bis zu 25 Gänse auf einmal in Stacheldrahtzäunen hängen. Diese Probleme wurden weltweit festgestellt.

Rechtliches

In der Schweiz ist gemäß der Tierschutzverordnung seit dem 1.?Januar 2014 die Verwendung von Stacheldraht für Zäune von Gehegen verboten, wobei die Kantone befristete Ausnahmen für weitläufige Weiden erteilen können.

Trivia

  • Indianer tauften Stacheldraht, der mit seiner Begrenzung von offenen Weiten ihrer Lebensform widersprach, ?devil?s rope? (?Teufelsschnur?).
  • In McLean (Texas) befindet sich das ''Devil?s Rope Museum'', ein Museum, das sich ausschließlich dem Thema Stacheldraht widmet.

Dokumentationen

  • ''Die Teufelsschnur.'' 89-minütige Fernsehdokumentation von Sophie Bruneau (Arte, Belgien/Frankreich 2016).

Literatur

  • Robert O Campbell, Vernon L. Allison: ''Barriers ? An Encyclopedia of United States Barbed Wire Patents''. Western Profiles Publishing Company, Denver 1986, ISBN 0-937231-00-2.
  • Harold Hagemejer: ''The Barbed Wire Identification Encyclopedia''. Morris Publishing, Kearney 2001, ISBN 0-9659677-8-6.
  • Robert Lebegern: ''Mauer, Zaun und Stacheldraht. Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze 1945?1990.'' ROLE, Weiden 2002, ISBN 3-936545-00-6.
  • Reviel Netz: ''Barbed Wire: An Ecology of Modernity''. Wesleyan University Press, Middletown 2004, ISBN 978-0-8195-6959-2
  • Olivier Razac: ''Politische Geschichte des Stacheldrahts ? Prärie Schützengraben Lager''. Diaphanes, Zürich 2003, ISBN 3-935300-31-X.
  • Henry De Rosset McCallum, Frances Tarlton McCallum: ''The Wire That Fenced The West''. University of Oklahoma Press, 1965, ISBN 0-8061-1559-9.
  • Delbert Trew: ''Warwire. The History of Obstacle Wire Use in Warfare.'' Delbert Trew, Alanreed TX 2003, ISBN 0-9659677-3-5 (englisch).

Weblinks

Einzelnachweise